Du bist von Endometriose betroffen und aktuell oder in der Vergangenheit in Kinderwunschbehandlung? Unterstütze und bei unserer anonymen Umfrage zu Erfahrungen mit Endometriose und Kinderwunsch. Mehr Informationen findest du am Ende dieses Beitrags.
Ein Beitrag der Arbeitsgruppe Endo.Politisch.Aktiv. (EPA) und dem Unterstützungsnetzwerk Infertilität und Kinderwunsch e.V.
Die aktuell durch die Bundesregierung diskutierte höhere Belastung kinderloser Menschen durch eine weitere Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge lehnen wir, die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. und das Unterstützungsnetzwerk Infertilität und Kinderwunsch e.V. ab. Kinderlosigkeit hat vielfältige Ursachen: Manche Menschen können aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen, andere haben sich bewusst gegen eine Elternschaft entschieden oder befinden sich in Lebenssituationen, die eine Familiengründung erschweren. Diese unterschiedlichen Lebensrealitäten verdienen gleichermaßen Respekt.
Für Menschen mit Endometriose ist das Thema von besonderer Bedeutung. Die Erkrankung kann mit eingeschränkter Fruchtbarkeit und ungewollter Kinderlosigkeit verbunden sein. Viele Betroffene erleben bereits erhebliche gesundheitliche, emotionale und finanzielle Belastungen. Kinderwunschbehandlungen, die von ungewollt kinderlosen und infertilen Menschen in Anspruch genommen werden, gehen ebenfalls mit Kosten einher. Zusätzliche finanzielle Nachteile aufgrund von Kinderlosigkeit treffen insbesondere diejenigen, die gerne Kinder hätten, aber keine haben können.
Eine finanzielle Benachteiligung von Menschen ohne Kinder schafft eine problematische Unterscheidung zwischen verschiedenen Lebensrealitäten und wirft Fragen nach Gleichbehandlung und Selbstbestimmung auf. Zudem wäre eine Differenzierung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Kinderlosigkeit mit erheblichen Eingriffen in die Privatsphäre verbunden. Ob ein Mensch Kinder hat, warum er keine hat und ob er sich welche wünscht, sollte kein Kriterium für einen erhöhten Beitrag zur Pflegeversicherung darstellen.
Wir setzen uns für eine Sozialpolitik ein, die gesellschaftliche Verantwortung solidarisch verteilt, ohne Menschen aufgrund ihrer gesundheitlichen, Familien- oder Lebenssituation finanziell zu benachteiligen. Die Anerkennung und Förderung von Familien darf nicht auf Kosten der Gleichbehandlung kinderloser Menschen erfolgen.
Arbeitsgruppe Endo.Politisch.Aktiv. (EPA) der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.
Unterstützungsnetzwerk Infertilität und Kinderwunsch e.V.
Leipzig, 06. November 2026
