Was bleibt von unseren Erfahrungen, wenn der eigentliche Moment längst vergangen ist? Welche Spuren hinterlassen Erinnerungen, Verletzungen, gesellschaftliche Ereignisse oder der Lauf der Zeit in unseren Körpern und unserem Inneren? Diesen Fragen widmet sich die Gemeinschaftsausstellung „Spuren des Unsichtbaren“ des Kunstkreises Wettenberg.
Neun Künstler*innen setzen sich mit Erfahrungen und Empfindungen auseinander, die auf den ersten Blick häufig verborgen bleiben. Mit unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen greifen sie Themen wie Erinnerung und Verlust, Verletzlichkeit und Widerstand, gesellschaftliche und private Gewalt, Flucht, Veränderung und Neubeginn auf.
Aus Endometriose-Perspektive besonders interessant ist die Arbeit von Isabella Rein. Sie widmet sich künstlerisch der Erkrankung und macht Erfahrungen sichtbar, die für Außenstehende häufig verborgen bleiben. Ihre Arbeiten richten den Blick auf körperliche Schmerzen und die Lebensrealitäten von Betroffenen und thematisieren zugleich, dass Endometriose lange Zeit zu wenig wahrgenommen und ernst genommen wurde.
Damit fügt sich die Auseinandersetzung mit Endometriose unmittelbar in die zentrale Idee der Ausstellung ein: Erfahrungen sichtbar zu machen, die unter der Oberfläche wirken und dennoch den Alltag und das Leben eines Menschen wesentlich prägen können. Die Kunst eröffnet dabei einen anderen Zugang zur Erkrankung als medizinische Information und lädt dazu ein, sich mit Unsichtbarkeit, Wahrnehmung und den Erfahrungen Betroffener auseinanderzusetzen.
Neben Isabella Rein sind Karla Noll, Laura Kaczmarczyk, Raika Jarrahi, Maxim Vincent Scheidt, Patrycja Taranek, Loana Rasbach, Jasmin Euler und Marcella Merle an der Gemeinschaftsausstellung beteiligt.