Vereinsgeschichte von Katja

Du bist von Endometriose betroffen und aktuell oder in der Vergangenheit in Kinderwunschbehandlung? Unterstütze und bei unserer anonymen Umfrage zu Erfahrungen mit Endometriose und Kinderwunsch. Mehr Informationen findest du am Ende dieses Beitrags.

Ein Gastbeitrag von Katja Schmidt

Meine Geschichte begann 2009 mit der Endometriose-Vereinigung.

Damals hatte ich bereits meine Diagnose (nach über 20 Jahren durch Zufall während einer Blinddarm-Operation entdeckt). Die schlimmste Zeit war von 2005 – 2018 und irgendwann war ich so am Ende, dass ich mir einen Beratungstermin bei der Vereinigung vereinbarte. Dies hat mir so unendlich viel gebracht und ich war sehr erstaunt, dass ich und meine Krankheit so verstanden wurden. Gefühlt war es das allererste Mal, dass mich jemand ernst nahm, mir das Gefühl gab nicht alleine zu sein und auch Hilfsangebote mit mir besprach.

Katja Schmidt, Quelle: privat
Katja Schmidt

Daraufhin wurde ich dann selbst aktiv und bei meinem Besuch in Leipzig (Mitgliederversammlung 2014) machte ich den Vorschlag, wir möchten uns doch dem internationalen „Endomarch“ anschließen. Dies war leider nicht angekommen, sodass ich beschloss einfach selbst einen „Endomarch“ in Schweinfurt zu organisieren. Im Jahr darauf startete ich meine Anfragen im Rathaus der Stadt Schweinfurt zwecks Räumlichkeiten und evtl. Unterstützung. Mein großes Glück war es, dass die Frauenwochen im März geplant wurden und ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort anfragte. So wurde das Thema Endometriose in die Frauenwochen aufgenommen. (Dafür bin ich der Frauenbeauftragten immer noch dankbar!)

Ich wurde des öfteren in Erlangen bei Herrn Prof. Renner in Erlangen operiert, überlegte nicht lange und schrieb ich ihn an, ob er denn eventuell einen Vortrag über die Erkrankung in Schweinfurt halten könnte? Was für eine riesige Freude, als er antwortete und tatsächlich seinen freien Samstag opferte, um einen wirklich aufschlussreichen, tollen Vortrag zu halten. Desweiteren sprach mein Gynäkologe Dr. Gericke aus Gerolzhofen über Endometriose und TCM. Auch kam meine Freundin Theresa Walter von der Selbsthilfegruppe Würzburg und hielt eine Rede. Mit der Unterstützung der Endometriose-Vereinigung konnte ich dann meinen ersten Endomarch in Schweinfurt 2015 durchführen. Wir waren sehr erstaunt, wie viele Frauen und Familienmitglieder an diesem Tag teilnahmen. Es war ein voller Erfolg.

Auch fing ich an, einen Blog zu schreiben (die vielen Tage und Wochenenden, die ich entweder schmerzbedingt oder auch nach Operationen (insgesamt 15 mal) auf der Couch verbringen musste) nutze ich um über meine Erfahrungen zu schreiben: https://endokat.blogspot.com, den ich leider nicht mehr nutze.
Desweiteren sprach ich über die Endometriose-Vereinigung und warb um neue Mitglieder und mehr Öffentlichkeit. Es folgten lokale Zeitungsartikel, ganz aufregend fand ich das Interview für die Zeitschrift, die Zeit!

Weitere Endomarch-Aktionen folgten jährlich bis 2019. Die größte Freude daran war (neben der Unterstützung der Endometriose-Vereinigung) die vielen tollen Frauen kennengelernt zu haben. Sie sind bis heute meine „Endoschwestern“ und ich möchte keine von ihnen missen. Ich gründete eine Selbsthilfegruppe in Schweinfurt, die leider nicht mehr existiert. Nur in Facebook und Instagram schreibe ich noch gelegentlich über Endometriose und finde es klasse, dass das Wissen über die Erkrankung mehr Aufmerksamkeit erhält.

Es war mir 2015 eine Herzensangelegenheit auch in Köln beim Endometriose-Kongress als Betroffene für die Endometriose-Vereinigung einen Vortrag zu halten. Alles sehr aufregend und doch war es für mich ein Highlight. Auch hier lernte ich wundervolle Damen der Vereinigung kennen, mit welchen noch heute eng befreundet bin. 2019 durfte ich an einer Podiumsdiskussion beim Endometriose Kongress in Karlsruhe teilnehmen.

Auch politisch, ist es sehr wichtig weiterhin dafür zu kämpfen, damit nicht nur Forschungsgelder generiert werden können, sondern die Behandlung und Gesundheit der Frauen und Mädchen verbessert wird. Es darf nicht sein, dass Frauen jahrelang auf die Diagnose warten müssen, denn das bedeutet- jahrelange Symptome- immer wiederkehrende Schmerzen, Kinderlosigkeit usw. (Ihr kennt das alles) und nicht ernst genommen werden. Ich selbst bin mittlerweile aufgrund meiner chronischen Erkrankung seit 2022 arbeitsunfähig berentet, lese und schreibe noch ab und zu über Endometriose.

Ich bin der Endometriose-Vereinigung dankbar, mich auf meinem Lebensweg so fürsorglich und freundschaftlich begleitet zu haben. Wir sind noch nicht in einer perfekten Welt angekommen, doch durch Eure Unterstützung wird es leichter und besser für die Betroffenen.

Herzlichen Glückwunsch zum 30-jährigen Jubiläum, Ihr seid ein geschätzter Teil meines Lebens!