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Tag der Endometriose: Haben wir genug getan?

Du bist von Endometriose betroffen und aktuell oder in der Vergangenheit in Kinderwunschbehandlung? Unterstütze und bei unserer anonymen Umfrage zu Erfahrungen mit Endometriose und Kinderwunsch. Mehr Informationen findest du am Ende dieses Beitrags.

Haben wir genug getan? Diese Frage begleitet uns am Tag der Endometriose besonders eindringlich.

In den letzten Jahren ist vieles in Bewegung gekommen. Vor drei Jahren konnten wir im Bundestag über Endometriose sprechen – ein Moment, der die politische Aufmerksamkeit für die Krankheit spürbar erhöhte. Daraus resultierte die Förderung von fünf Forschungsprojekten durch den Bund. Für Betroffene war das ein wichtiges Signal: Endometriose wird nicht länger übersehen.

Auch in der Selbsthilfe haben wir große Schritte gemacht. Die Endometriose-Vereinigung ist gewachsen. Mehr als 100 Selbsthilfegruppen unterstützen deutschlandweit Tausende Endometriose-Betroffene. Es ist ein starkes Netzwerk aus engagierten Ehrenamtlichen, die tagtäglich ihre Zeit und Energie einsetzen, um Betroffene zu begleiten und die Versorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Und doch: Haben wir genug getan? Die Versorgungslage zeigt, dass die Antwort „Nein“ lauten muss. Noch immer vergehen Jahre, bis Betroffene ihre Diagnose erhalten. Unterstützende Therapien wie Osteopathie oder Akupunktur werden nach wie vor nicht erstattet. Die Wartezeiten auf spezialisierte Behandlungen sind lang, qualifizierte Versorgung bleibt für viele ein Kampf. Hinzu kommt die allgemeine Krise im Gesundheitssystem, die chronisch kranke Menschen besonders hart trifft.

Gleichzeitig ist unübersehbar, dass Endometriose heute deutlich sichtbarer ist als noch vor wenigen Jahren. Medien berichten, Forschung nimmt Fahrt auf, und auch in Politik und Fachwelt wächst das Bewusstsein. Sichtbarkeit ist ein großer Fortschritt – aber sie darf nicht das Ende, sondern muss der Anfang sein.

Am Tag der Endometriose wollen wir daher beides tun: zurückschauen und danken – allen Betroffenen, die ihre Stimme erheben, allen Ehrenamtlichen, die Selbsthilfe lebendig machen, allen Fachleuten, die für bessere Behandlung kämpfen. Gleichzeitig wollen wir nach vorne schauen und uns erinnern: Noch haben wir nicht genug getan.

Unsere Aufgabe bleibt es, gemeinsam weiterzugehen – mit Ideen, Engagement, politischen Forderungen und Solidarität. Denn nur so können wir die Versorgung verbessern und die Lebensqualität der zwei Millionen Betroffenen in Deutschland wirklich nachhaltig verändern.