Endometriose und Arbeit aus Sicht der Arbeitgebenden

Ein Beitrag von Teresa Schmidt von der AG Endo & Arbeit

Viele erwerbstätige Endometriose-Betroffene erleben Phasen in ihrer beruflichen Laufbahn, die durch Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, vermehrte Fehlzeiten und Jobwechsel aufgrund der Erkrankung gekennzeichnet sind. Demnach ist der Bedarf an entsprechenden Maßnahmen für die Passung zwischen Arbeitsbedingungen und individueller Erkrankung von großem Interesse.

Doch was beschäftigt Endometriose-Betroffene konkret im Arbeitsalltag? Aufgrund mangelnder Datenlage in Deutschland, führte die AG Endo & Arbeit der Endometriose-Vereinigung Deutschland im Frühjahr 2022 eine explorative Umfrage mit über 2.500 Betroffenen durch, um die Frage adäquat beantworten zu können.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Erwerbstätigkeit vieler Betroffener Endometriose-Symptome hervorruft oder sogar verstärkt. Neben erheblichen Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit leidet die Hälfte der Betroffenen unter finanzieller Unsicherheit. Es wird allerdings deutlich, dass flexible Arbeitsbedingungen, wie z.B. Arbeiten im Home-Office, die Beschwerden in einem gewissen Maß verringern oder sogar vermeiden können! Demnach bedarf es die Unterstützung der Arbeitgebenden, um den Arbeitsalltag der Betroffenen langfristig verbessern zu können.

Doch wie steht es um die Perspektive der Arbeitgebenden?

Um auch diese Frage beantworten zu können, führte die Endometriose-Vereinigung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Mittweida im Herbst 2023 eine Umfrage durch, bei welcher über 590 Arbeitgebende (z.B. Personalbereich, Geschäftsführung) teilnahmen.

Die Umfrage konnte zeigen, dass Endometriose bei 85 % der Arbeitgebenden bekannt ist, wobei 12 % darunter nichts Konkretes über die Erkrankung wissen. Den Angaben zufolge weiß ein Großteil der Befragten darüber Bescheid, dass Endometriose mit erheblichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sowie negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit einhergehen kann. Doch wie sieht die betriebliche Unterstützung Endometriose-Betroffener aktuell aus?

Nur 33 % der Arbeitgebenden gaben an, dass auch Maßnahmen zur Arbeitsplatzgestaltung für Betroffene stattfinden, während von 35 % die Frage mit nein beantwortet wurde. Neben Ansprechpartner*innen, die allerdings nur teilweise Kenntnisse zu Endometriose haben, stellen derzeit nur 13 % der Arbeitgebenden Unterstützungsangebote zur Verfügung.

Was würden demnach Arbeitgeber*innen benötigen, um Mitarbeitende im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit unterstützen zu können?

Die Ergebnisse zeigen, dass mehr Informationen über die Erkrankung und deren Symptome sowie deren Auswirkungen auf das Berufsleben benötigt werden. Zudem wird eine offene Kommunikation von Seiten der Mitarbeitenden gewünscht. Neben zeitlichen und finanziellen Ressourcen, wäre für 60 % der Befragten eine unternehmensbezogene Beratung in Bezug auf die Handlungsmöglichkeiten von großer Bedeutung.

Weitere Informationen zu Arbeit und Endometriose sowie die Ergebnisse der Befragungen finden Sie hier.