Du bist von Endometriose betroffen und aktuell oder in der Vergangenheit in Kinderwunschbehandlung? Unterstütze und bei unserer anonymen Umfrage zu Erfahrungen mit Endometriose und Kinderwunsch. Mehr Informationen findest du am Ende dieses Beitrags.
Sommerzeit ist Reisezeit. Für viele Menschen bedeutet Urlaub Vorfreude auf Erholung, neue Eindrücke und eine Auszeit vom Alltag. Wer mit Endometriose lebt, weiß jedoch oft auch: Reisen bringt eigene Herausforderungen mit sich.
Wie gehe ich mit Schmerzen unterwegs um? Was hilft bei langen An- und Abreisen? Welche Rolle spielen Ernährung, Aktivitäten oder die Kommunikation mit Mitreisenden? Und was kann ich tun, wenn die Periode genau in den Urlaub fällt?
Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigen sich Betroffene immer wieder. Deshalb freuen wir uns, euch in diesem Sommer unsere neue Social-Media-Reihe „Endo & Reisen“ vorzustellen.
In den kommenden Wochen greifen wir verschiedene Themen rund um das Reisen mit Endometriose auf und teilen praktische Anregungen, Erfahrungen und Ideen für unterwegs. Dabei geht es nicht um die eine perfekte Lösung, denn jeder Körper reagiert anders. Vielmehr möchten wir Impulse geben, die euch dabei unterstützen können, Reisen möglichst angenehm und körpergerecht zu gestalten.
Teil 1: An- und Abreise möglichst körpergerecht planen
Den Auftakt unserer Reihe macht die Frage, wie sich die An- und Abreise möglichst angenehm gestalten lässt. Denn was für viele „nur ein anstrengender Reisetag“ ist, kann mit Endometriose den gesamten ersten Urlaubstag beeinflussen oder Beschwerden verstärken.
Frühe Flüge, Nachtzüge, lange Autofahrten, Wartezeiten, unbequeme Sitze oder schweres Gepäck fordern den Körper oft schon, bevor der Urlaub überhaupt begonnen hat. Deshalb kann es helfen, die Reise möglichst an den eigenen Bedürfnissen auszurichten. Wenn es organisatorisch oder finanziell möglich ist, lohnt es sich, Reisezeiten zu wählen, die zum eigenen Biorhythmus passen. Ist das nicht möglich, kann bereits die Frage helfen: Was braucht mein Körper, damit er diese Reise möglichst gut bewältigt?
Oft sind es die kleinen Dinge, die unterwegs einen großen Unterschied machen. Viele Betroffene empfinden bequeme Kleidung ohne Druck auf den Bauch, einen Gangplatz für mehr Bewegungsfreiheit, regelmäßige Bewegungs- und Dehnungspausen oder ein Keil- oder Ringkissen auf längeren Fahrten als entlastend. Auch beim Gepäck lohnt es sich, auf den eigenen Körper zu hören – für manche ist ein Rollkoffer angenehmer als eine schwere Schultertasche oder ein Rucksack, andere bevorzugen wiederum leichtes Gepäck, das sie flexibel tragen können.
Hilfreich kann außerdem ein gut erreichbares Notfallset sein. Was hineingehört, ist ganz individuell. Viele Betroffene nehmen Schmerzmittel, Periodenprodukte, Medikamente, ausreichend Wasser und kleine antientzündliche Snacks mit. Andere fühlen sich mit einer Wärmflasche oder Wärmepflastern, einem TENS-Gerät, einer kleinen Faszienrolle oder einem Igelball unterwegs sicherer. Wichtig ist vor allem, dass die Dinge griffbereit sind und nicht erst tief im Koffer gesucht werden müssen.
Gerade im Sommer lohnt es sich außerdem, Wärme und Kühlung gemeinsam mitzudenken. Während gezielte Wärme bei vielen Menschen mit Endometriose Schmerzen lindern kann, belastet große Hitze den Körper häufig zusätzlich. Ein kleiner USB-Ventilator, ein kühler Waschlappen oder kurze Pausen im Schatten können unterwegs ebenso hilfreich sein wie das Abkühlen von Händen und Unterarmen mit kaltem Wasser – beispielsweise auf einer Raststätten- oder Flughafentoilette.
Ein praktischer Begleiter kann außerdem der Euro-WC-Schlüssel sein. Gerade bei Endometriose mit Blasen- oder Darmbeteiligung ermöglicht er vielerorts den Zugang zu barrierefreien Toiletten und kann auf Reisen zusätzliche Sicherheit geben.
Auch die Ernährung spielt für manche Betroffene bereits am Reisetag eine Rolle. Wer zu Endobelly oder Verdauungsbeschwerden neigt, kann ausprobieren, am Tag vor der Reise und am Reisetag eher leicht verdauliche Mahlzeiten zu wählen und blähende Lebensmittel zu meiden. Manche empfinden außerdem vorbereitetes Ingwerwasser oder andere gut verträgliche Getränke als wohltuend.
Nicht zuletzt lohnt es sich, auch die Rückreise bewusst einzuplanen. Viele Körper halten während des Urlaubs erstaunlich lange durch und melden sich erst nach der Heimreise mit Erschöpfung oder verstärkten Beschwerden. Ein zusätzlicher Puffertag vor dem Wiedereinstieg in den Alltag kann deshalb eine wertvolle Form der Selbstfürsorge sein.
In den nächsten Wochen geht es weiter
In den kommenden Beiträgen sprechen wir außerdem über:
🧡 Aktivitäten und Ausflüge vor Ort
🧡 Ernährung unterwegs
🧡 Reisen während der Menstruation
🧡 Kommunikation mit Angehörigen und Mitreisenden
🧡 Selbstfürsorge im Urlaub
🧡 Praktische Tipps für Notfälle unterwegs
Besonders wichtig ist uns dabei der Austausch mit euch. Viele der wertvollsten Tipps stammen aus der Community selbst: Von Menschen, die ihre eigenen Wege gefunden haben, mit Endometriose zu reisen.
Deshalb interessiert uns:
✈️ Was hilft euch auf Reisen besonders?
🌴 Worauf könnt ihr im Urlaub nicht verzichten?
🎒 Was gehört für euch unbedingt ins Reisegepäck?
💬 Und über welches Reisethema mit Endometriose sollten wir unbedingt noch sprechen?
Folgt uns auf unseren Social-Media-Kanälen und begleitet unsere Sommerreihe „Endo & Reisen“. Wir freuen uns auf eure Erfahrungen, Anregungen und ganz persönlichen Reisetipps.
Denn Reisen mit Endometriose bedeutet nicht, dass alles perfekt planbar sein muss. Oft geht es vielmehr darum, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, gut vorbereitet zu sein und Wege zu finden, die zum eigenen Körper passen.
Wir wünschen euch einen schönen Sommer und – wenn ihr verreist – eine möglichst entspannte Reise. 🧡
