Ein starkes Signal aus dem Saarland: Endometriose rückt endlich in den Fokus

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Im Saarland ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine bessere Versorgung von Endometriose-Betroffenen gelungen. Der Saarländische Landtag hat den Antrag „Geschlechtersensible Medizin konsequent weiterdenken – Versorgung, Vergütung von Leistungen sowie Forschung zu Endometriose und frauenspezifischen Erkrankungen strukturell verbessern“ verabschiedet – ein Beschluss, der weit über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung hat.

Dieser gemeinsame Antrag von CDU und SPD setzt ein deutliches Zeichen: Die Gesundheit von Frauen und die Versorgung von Endometriose-Betroffenen müssen strukturell gestärkt werden. Für Betroffene bedeutet das Hoffnung auf bessere Diagnostik, mehr Wissen im Gesundheitswesen und langfristig eine Versorgung, die den tatsächlichen Bedürfnissen entspricht.

Was wir als Endometriose-Vereinigung Deutschland besonders begrüßen

Die zentralen Punkte des Beschusses zeigen, dass im Saarland verstanden wurde, wie viel Nachholbedarf es gibt – und wie wichtig strukturelle Veränderungen sind. Besonders hervorzuheben sind:

  • Der Einsatz für eine Nationale Endometriose-Strategie: Ein Schritt, den wir seit Langem fordern – und der bundesweit den Grundstein für bessere Versorgung und Aufklärung legen soll.
  • Mehr Transparenz durch Gesundheitsdaten: Geschlechterdifferenzierte Daten sollen über die Plattform der Gesundheitsberichterstattung (GBE-Bund) besser kommuniziert werden.
  • Prüfung von Endometriose als langfristigem Heilmittelbedarf: Die Aufnahme von ICD N80 in die Heilmittelverordnung könnte Endometriose-Betroffene administrativ deutlich entlasten.
  • Saarland als Modellregion: Das Land möchte Vorreiter für eine flächendeckende Endometriose-Versorgung werden – ein starkes Signal.
  • Aufbau spezialisierter „EndoNurses“ nach Berliner Vorbild: Das Konzept der Charité Berlin zeigt, wie stark eine spezialisierte Begleitung Betroffene entlasten kann.
  • Ausbau der Forschungsstrukturen und Endometriose-Zentren: Ein zentraler Baustein, um Versorgung und Wissenschaft enger zu verzahnen.
  • Aufnahme von Endometriose und weiteren frauenspezifischen Erkrankungen in die Gleichstellungsstrategie: Denn gesundheitliche Gleichstellung gehört zur gesellschaftlichen Gleichstellung.
  • Einbezug in Bildung und Prävention: Dort beginnt echte Veränderung – in Schulen, Aufklärung und frühzeitigem Verständnis für chronische Erkrankungen.

Politische Erfolge im Schulterschluss

Unsere Vorstandsvorsitzende Eva Walle – und selbst Saarländerin – bringt es auf den Punkt:

„Nach Jahrzehnten des Schweigens und Wartens ist dies ein weiterer Schritt hin zu echter Anerkennung und struktureller Veränderung. Jetzt muss es weitergehen – mit konkreten Maßnahmen in allen Bundesländern!“

Dieser Erfolg ist das Ergebnis enger Zusammenarbeit: mit Abgeordneten des Saarländischen Landtags, ärztlichen und wissenschaftlichen Fachverbänden sowie engagierten Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Gemeinsam ist es gelungen, Endometriose sichtbar zu machen – und politische Veränderung anzustoßen.

Jetzt heißt es: Dranbleiben.

Mit dem Beschluss aus dem Saarland wächst die Hoffnung, dass sich bundesweit etwas bewegt. Eine Nationale Endometriose-Strategie, bessere Versorgung, bessere Daten und mehr Forschung – all das sind zentrale Hebel für mehr Lebensqualität von Endometriose-Betroffenen.

Der Weg ist noch weit, aber dieser Schritt macht Mut.

Die Debatte im Saarländischen Landtag (TOP 14) gibt es hier zum Nachsehen: https://www.youtube.com/watch?v=cKiOjf4n254&list=PLnZJNpnTXEbTYsKNt5XHMv1DV8pMVqCdu&index=67