Laparoskopie

Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Die Bauchspiegelung (medizinisch Laparoskopie) ist die einzige gesicherte Diagnosemethode. Deshalb kommt kaum eine Betroffene um diesen Eingriff herum. Außerdem ist die Operation auch die gängigste Methode zur Entfernung von Endometrioseherden im Unterbauch. Für die Diagnose wird während der OP eine Gewebeprobe entnommen, die dann später im Labor untersucht wird. Eine Bauchspiegelung wird unter Vollnarkose vorgenommen, ist in der Regel minimalinvasiv und hinterlässt äußerlich sehr kleine Narben.

Eine diagnostische Bauchspiegelung dauert ca. 30 Minuten, eine operative, bei der schwere Verwachsungen oder ausgedehnte Endometrioseherde entfernt werden, kann auch bis zu zwei Stunden dauern. Von Art und Verlauf der OP hängt auch ab, wie lange man im Krankenhaus bleibt (wenn sie stationär durchgeführt wird). Bei "problemlosen", kleineren Eingriffen, kann man das Krankenhaus nach einem Tag wieder verlassen. Wie man die Bauchspiegelung verträgt bzw. wie man sich nach der OP fühlt, ist individuell unterschiedlich.

 

So beschreibt eine Betroffene den Eingriff (danke, Claudia!):

Was passiert eigentlich bei einer Laparoskopie?

Wenn der Tag der OP näher rückt, finden vor dem Eingriff an sich Untersuchungen und (Aufklärungs-) Gespräche, u.a. mit dem Anästhesisten, statt. Es besteht die Möglichkeit, eine Verwachsungsprophylaxe beim Arzt anzusprechen. Organisatorische Sachen, wie etwa „Wer darf Informationen erhalten“ oder „Was-wäre-wenn-Fragen“ inklusive der Fragestellung, was alles gemacht werden darf, werden auch geklärt. Zur Feier des Tages sollte auch der Intimbereich eine neue Frisur bekommen! Jedes Krankenhaus geht da anders vor. Bei einigen geht man wieder nach Hause, bei anderen bleibt man dort. Es kommt wahrscheinlich auch auf die Entfernung des Wohnortes an. Zu Hause geht dann das große Abführen los, wofür man ein Mittel bekommt. Am Tag der OP bekommt man dann beim „Check in“ ein Zimmer zugewiesen und kann seine Sachen einräumen (Tipp: nehmt bequeme Sachen mit, Hosen mit weitem Gummizug zum Beispiel, ein Schlafshirt, Schuhe, für die man sich nicht bücken muss und Einlagen für eventuell auftretende Blutungen). Wenn es in absehbarer Zeit soweit ist, bekommt man ein hübsches Hemdchen zum Anziehen, das hinten offen ist. Die passenden Thrombose-Strümpfe gibt es auch noch dazu. Nagellack und Schminke sollten an diesem Tag keine Rolle spielen! Vor der OP gibt es schon mal ein Mittel zur Beruhigung, bevor man mit dem Bett rausgeschoben wird.

Bei einer Laparoskopie werden drei kleine Schnitte gemacht: Rechts und Links am Unterbauch und im Bauchnabel. Durch diese Öffnungen und durch die Scheide wird dann alles begutachtet. Rechts und links werden nach Bedarf Instrumente eingeführt und durch den Bauchnabel kommt eine Kamera inklusive Beleuchtung. In Operationsvideos ist sehr gut zu erkennen, welchen Einblick die Ärzte in dem Fall haben. Sie können sehr weit nach oben (bis zur Leber) sehen. Die Bauchhöhle wird mit etwa 2-3 Liter Gas (Kohlendioxid, also CO2) aufgeblasen. Das dient der besseren Sicht und die Ärzte haben mehr Platz für den anstehenden Eingriff, da sich dadurch die Bauchorgane voneinander trennen.

Viele haben noch einige Zeit mit den Nachwirkungen des Gases zu tun. Das Gas drückt auf das Zwerchfell. Das wiederum trifft einen Nerv, der in die Schulter ausstrahlt, was zu Schmerzen in der Schulter führen kann. Anhaltender Magen- und Darmdruck sind auch nicht selten. Je nach OP können Blase und Darm auch mal eine Zeit lang „beleidigt“ sein und nicht so funktionieren wie gewohnt. Das sollte beim Arzt oder bei den Pfleger/innen angesprochen werden!

Eine Bauchspiegelung wird in einigen Fällen ambulant durchgeführt, in der Regel aber stationär. Was bei ambulanten OPs dann wegfällt, ist in jedem Fall die Drainage, die der Ableitung von Wundabsonderungen dient und die Überwachung z.B. des Blutdrucks. Wenn ambulant oder stationär zur Auswahl steht, sollte frau gut abwägen und sich zu folgenden Themen Gedanken machen:

  • Verträglichkeit der Narkose
  • Kreislaufprobleme nach der OP
  • Eventuell werden stärkere/sehr starke Schmerzmittel benötigt!
  • Fühle ich mich sicherer, wenn ich einen Arzt, bzw. Ansprechpartner in der Nähe habe?
  • Ist für eventuelle Komplikationen jemand für mich da, wenn ich eine ambulante OP möchte?
  • Will ich eine Anschlussheilbehandlung beantragen?

Die Laparoskopie dient sowohl als Diagnose als auch als operative Therapiemethode. Endometriose-Herde werden entfernt und Gewebeproben entnommen. Diese werden dann histologisch untersucht. Hier lässt sich außerdem bestimmen, ob es sich um aktive oder um inaktive Endometriose handelt.

Spannend ist, wie sich Endometriose und Verwachsungen darstellen und wie Endometriose in der Entstehung aussieht. Hier wird ganz deutlich, wie wichtig es ist, zu einem Spezialisten zu gehen. Der einzige Unterschied im Anfangsstadium zu gesundem Gewebe ist wohl, dass Endometriose rau aussieht und nicht glänzend. Nur ein geschultes Auge kann das erkennen. Welche Schwierigkeiten Endometriose auch auf für Operateur/innen birgt, beschreibt Dr. Harald Krentel z.B. in unserer Broschüre »Endometriose- Einflüsse und Handlungsoptionen«

Auf der Seite unserer österreichischen Schwesterorganisation, Endometriose Vereinigung Austria, findet sich eine weitere Beschreibung der Bauchspiegeleung: http://www.eva-info.at/therapien/operation/.

 

Überprüft und aktualisiert: 2018

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