ilse

Ich bin Ilse, 66 Jahre alt und komme aus Ahrensburg.

Begonnen hat es im Jahr 1994, wo erst eine Zyste am Eierstock festgestellt worden ist. Dann weitere Schmerzen, besonders bei der Periode. Als Jugendliche wird einem ja immer noch erzählt, Schmerzen während „der Tage“ sind was ganz Normales (leider wird dies auch noch von vielen Ärzten so vertreten!), obwohl dies nicht so sein muss!

Dann hatte ich das Glück, dass mein damaliger Frauenarzt zusammen mit meinem Urologen auf der Spur meiner Beschwerden endlich fündig geworden ist. Ich hatte in dieser Zeit auch immer massive Blasenentzündungen mit Blut im Urin. Dann kam ich in die Tagesklinik Altonaer Straße (Hamburg), was heute die Frauenklinik an der Elbe ist. Diese Klinik kann ich sehr weiterempfehlen! Bei dieser 1. Endo-OP war so viel verwachsen und wegzuschneiden, dass man die OP mittendrin abbrechen musste, weil ich nur noch am Bluten war. Es folgten dann weitere OPs 1995, 1996, 1999, 2002, 2006, 2011, 2018.

Bei den OPs wurden der rechte und auch der linke Eierstock entfernt. Teilweise waren auch mehrere OPs in einem Jahr nötig. Hatte alles ausprobiert, auch eine spezielle Hormontherapie, wo eine Behandlung sehr teuer war. Es hat aber alles nichts genützt und ich kam um die OPs nicht herum. Es hieß damals, es gibt 3 Möglichkeiten zur Behandlung: 1. Hormontherapie, OP oder schwanger werden.

Leider waren bei den ganzen OPs auch immer mehrere Organe mit betroffen, so z. B. einmal so starke Schmerzen im Bauchraum, dass ich dachte, ich schaffe es nicht mehr, diese Schmerzen noch länger zu ertragen. Es stellte sich bei dieser OP heraus, dass sämtliche Organe mit der Bauchdecke verwachsen waren. Auch die Blase und der Darm sind durch die OPs sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. So habe ich viele Eingriffe wegen Harnröhrendivertikel und Verwachsungen am Darm über mich ergehen lassen müssen. Ferner hatte ich nach 20 Jahren nach der Diagnose Endometriose das 1. Mal eine Reha in einer Klinik in Ratzeburg bekommen. Endlich!!!!!

Es ist sehr schade, dass diese Erkrankung teilweise immer noch nicht so richtig erforscht worden ist und es bei vielen Ärzten auch mit dem Beschwerdebild der unterschiedlichen Schmerzbereiche noch verharmlost wird. Ich bin sehr froh, dass ich gleich zu Anfang meiner Leidensgeschichte die Endometriose-Vereinigung Deutschland entdeckt habe. Die Vorstellung, dass man nicht alleine mit dieser Erkrankung ist, hat mir sehr viel Halt und Kraft gegeben. Außerdem habe ich in dieser Zeit meine Leidenschaft für die Bildhauerei entdeckt und diese ist bis heute mein Rettungsanker!