Kooperation mit Endometriosezentren

Patient*innenfreundlichkeit und Selbsthilfeorientierung

Neben einer hervorragenden und leitliniengerechten medizinischen Diagnostik und Therapie ist eine ausgeprägte Selbsthilfefreundlichkeit und Patient*innenorientierung entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung von Endometriosebetroffenen in Kliniken, Praxen und Rehabilitationseinrichtungen. Die Selbsthilfe hat nachgewiesenermaßen ausgesprochen positive Effekte auf die Krankheitsbewältigung und die Lebensqualität. So bietet sie doch ein enormes Potenzial an komplementärer Unterstützung. Selbsthilfefreundlichkeit und Patient*innenorientierung sind aus unserer Sicht obligatorische Anforderungen an eine qualitativ hochwertige Behandlung von Endometriosepatient*innen.

Wir verstehen in diesem Zusammenhang Selbsthilfe als:

  • Möglichkeit einer/eines Betroffenen individuelle Strategien und Maßnahmen im Umgang der Erkrankung zu entwickeln und so einen möglichst hohen Grad an Autonomie und Selbstbestimmung im Leben mit Endometriose (wieder) zu finden
  • Möglichkeit der gegenseitigen Unterstützung Gleichbetroffener, im Rahmen des Austausches von Erfahrungen, Erlebnissen, der gegenseitigen Ermutigung und somit als Chance zur besseren seelischen Balance und psychischen Stabilität.

Wir unterstützen Kliniken, Praxen und Rehabilitationseinrichtungen dabei, ihre Selbsthilfefreundlichkeit und Patient*innenorientierung zu bewerten und kontinuierlich zu verbessern.

Kooperationsvereinbarung

Kooperationsvereinbarung

Seit Mai 2020 können Endometriosezentren (Kliniken oder operative Tageskliniken, gynäkologische Praxen und Rehakliniken, die sich auf die Behandlung von Endometriose spezialisiert haben) mit uns eine Kooperation vereinbaren.

Die Kooperationsvereinbarung besteht aus zwei Teilen:

  1. Auditierung nach dem Verfahren QuEndo durch die Endometriose-Vereinigung Deutschland unter anderem zu folgenden Schwerpunkten: Klinikablauf für Patient*innen von der Terminvergabe über eine OP bis zur Entlassung; Endometriose-Sprechstunde, Zusammenarbeit mit externen Partnern in der Behandlung, Einbindung komplementärer Therapien, Nachbehandlung, Zusammenarbeit mit bzw. Arbeit des Sozialdienstes, Aufklärung und Informationen sowie Zusammenarbeit mit der lokalen Selbsthilfe.
  2. Leistungen, die wir für unsere Kooperationspartner erbringen:
    Dazu gehören unter anderem eine qualitative Beurteilung der Selbsthilfefreundlichkeit und Patient*innenorientierung in Verbindung mit Hinweisen und Empfehlungen zu deren Verbesserung bzw. Weiterentwicklung, regelmäßige Information zu Rückmeldungen von Patient*innen, kostenloses und unabhängiges Informationsmaterial zur Weitergabe an Patient*innen, Beratung bei der inhaltlichen Gestaltung von Informationsveranstaltungen, sowie Unterstützung bei der Suche nach Referent*innen für die Patient*innen- bzw. Selbsthilfeperspektive, Unterstützung bei der Bekanntmachung von Informationsveranstaltungen sowie bei der Verbreitung von weiteren Informationen zu Endometriose sowie Vermittlung des Kontaktes zu einer Endometriose-Selbsthilfegruppe bzw. Unterstützung beim Aufbau einer Endometriose Selbsthilfegruppe.

Kooperation vereinbaren

Alle Endometriosezentren, die bei der EuroEndoCert (EEC) eine Erst- oder Re-Zertifizierung beantragen, werden von uns kontaktiert. Sie können sich aber auch gern bei uns melden. Sie erreichen uns zu unseren Bürozeiten telefonisch oder per E-Mail an quendo@endometriose-vereinigung.de

Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Linda Reimann sehr gern für Ihre Fragen zur Verfügung.

Wir haben in den vergangenen Jahren an der Zertifizierung von über 90 Endometriosezentren mitgewirkt. Unser langfristiges Ziel ist es, mit all diesen Endometriosezentren unabhängige Kooperationen aufzubauen und zu vertiefen. Darüber hinaus vereinbaren wir auch gern Kooperationen mit Ärzt*innen, die ihre Selbsthilfefreundlichkeit und Patient*innenorientierung weiter qualifizieren möchten.

Hintergrund

Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Endometriosezentren und Ärzt*innen zusammen und vertreten in dieser Zusammenarbeit die Interessen der Patient*innen. Bis Mai 2020 haben wir gemeinsam mit der Stiftung Endometriose-Forschung (SEF) und später mit der EuroEndoCert (EEC) über 90 Endometriosezentren bundesweit zertifiziert und ein gemeinsames Zertifikat vergeben. Die SEF/EEC haben dabei die medizinische Seite vertreten und die EVD die der Selbsthilfe. Zudem waren wir durch dieses Verfahren stets im kontinuierlichen und partnerschaftlichen Kontakt und Informationsaustausch mit den Ärzten*innen in den Endometriosezentren. Dadurch wurde auch die Arbeit unserer Beratungsstelle sehr qualifiziert, da wir bspw. zum Behandlungsspektrum, klinikinternen und externen Kooperationen, der Qualifikation der Behandler*innen beraten konnten. Wir sind zum Ansprechpartner für Endometriosezentren zum Thema Selbsthilfe geworden und haben so einen großen Beitrag zur Etablierung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen an Endometriosezentren leisten können. Dieses gemeinsame Verfahren endete zum Mai 2020.

Es ist für uns eine besonders wichtige und dringende Aufgabe, die Bedeutung der Selbsthilfe in Endometriosezentren auch weiterhin zu betonnen und zu fördern; Sie einzufordern und zu qualifizieren. Unsere Mitglieder haben an uns den Auftrag formuliert, weiterhin die starke Position der Selbsthilfe und der Patient*innen gegenüber bzw. mit den Endometriosezentren zu vertreten. Aus Sicht unserer Mitglieder gibt es dazu keine Alternative.

Daher haben wir uns entschlossen, als Verband der Selbsthilfe(-gruppen) bei Endometriose ein neues, eigenständiges Verfahren der Qualitätsentwicklung der Selbsthilfefreundlichkeit und Patient*innenorientierung in Endometriosezentren – kurz: QuEndo – zu entwickeln, zu erproben und einzuführen. Wir setzen damit die bisherige Zusammenarbeit mit den Endometriosezentren nicht nur fort, sondern bauen sie umfangreich aus.

In diesem Verfahren arbeiten wir weiterhin mit der Stiftung Endometriose-Forschung (SEF) und der EuroEndoCert (EEC) zusammen. So führen wir unter anderem gemeinsame Auditierungen durch.

Aktualisiert 10 / 2020

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